Das Notaufnahmeprotokoll

Die Sektion Notaufnahmeprotokoll der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) hat sich zum Ziel gesetzt eine einheitliche klinische Dokumentation für Notfallpatienten aller Fachdisziplinen zu erarbeiten. Eine ähnliche Dokumentation, das DIVI Notarzteinsatzprotokoll findet bereits in der Präklinik allgemeine Anwendung.

Die Verwendung einheitlicher Protokolle innerhalb eines Krankenhauses verbessert die Informationsweitergabe zwischen verschiedenen Organisationsbereichen, zudem ist durch die Vereinheitlichung der Dokumentation die Möglichkeit von klinikübergreifenden Auswertungen für die Versorgungsforschung oder für Qualitätssicherung im Sinne eines Benchmarkings  gegeben.

Das Notaufnahmeprotokoll bildet die Grundlage des AKTIN Projektes „Verbesserung der Versorgungsforschung in der Akutmedizin in Deutschland durch den Aufbau eines Nationalen Notaufnahmeregisters“. Als Kerndatensatz Notaufnahme stellt es den einheitlichen Dokumentationsstandard in den Modellkliniken dar, auf dessen Basis die Erstellung eines Notaufnahmeregisters ermöglicht wird.

Das Ziel der interdisziplinären Arbeitsgruppe ist es eine, dem präklinischen DIVI Notarzteinsatzprotokoll zugrunde liegenden MIND2 vergleichbaren, einheitlichen Datensatz zur frühen klinischen Dokumentation von Notfallpatienten aller Fachdisziplinen zu erarbeiten. Die Sektion wurde im Herbst 2007 gegründet und arbeitet seither kontinuierlich an diesem Vorhaben.

Eine hohe Anwenderfreundlichkeit des standardisierten Dokumentationsinstruments soll u.a. durch den Einsatz EDV-gestützter Formulare erreicht und gleichzeitig jegliche Doppeldokumentation vermieden werden. Innerhalb eines Krankenhauses führt die Verwendung einheitlicher Protokolle zu einer Verbesserung der Informationsweitergabe zwischen verschiedenen Organisationsbereichen, hilft redundante Dokumentation zu vermeiden und verbessert die Erfassung abrechnungsrelevanter Leistungen im ambulanten wie auch im stationären Bereich.

Über eine anwenderfreudliche Handhabung in der klinischen Routine wird das Notaufnahmeprotokoll auch für wissenschaftliche Zwecke herangezogen werden können. Aus diesem Grund werden unter anderem die weitreichenden Erfahrungen aus dem Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) genutzt.

Grundvoraussetzungen für die Interdisziplinarität ist die Mitarbeit von Mitgliedern aller Fachgesellschaften, die an der Notfallbehandlung von Patienten beteiligt sind. Die Sektion steht daher in engem Kontakt mit der deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), der deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) der deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv und Notfallmedizin (DGIIN) und der deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notaufnahme (DGINA).

Aktuell ist das Notaufnahmeprotokoll in der Version V2015.1 verfügbar. Sollten Sie das Notaufnahmeprotokoll verwenden wollen, bitte kontaktieren Sie uns per E-Mail an Dr. Dominik Brammen. Wir senden Ihnen gern die aktuelle Version zu.

Sprecher der Sektion:

Prof. Dr. med. Felix Walcher, MME
Direktor der Klinik für Unfallchirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
felix.walcher[at]med.ovgu.de

Stellvertreter:

Dr. med. Martin Kulla

Schriftführer:

Dr. med. Dominik Brammen

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung - BMBF: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/verbundprojekt-verbesserung-der-versorgungsforschung-in-der-akutmedizin-durch-den-aufbau-4400.php

AKTIN ist im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) erfasst: https://www.drks.de
DRKS-ID der Studie: DRKS00009805

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